Konzert García Abril Quartett in der Klosterkirche Paradies
Eine Reihe von beglückenden Klangbildern aus verschiedenen Jahrhunderten liess das García Abril Quartett am vergangenen Sonntag in der Klosterkirche Paradies erklingen. Die an der Hochschule für Musik und Theater in Zürich ausgebildeten und in Winterthur wohnhaften Streicher widmen sich neben den Werken längst verstorbener Komponisten mit besonderer Hingabe den Schöpfungen eines der bedeutendsten spanischen Komponisten unserer Zeit: Antón García Abril. Dem vor fünf Jahren von Gabriel Estarellas Pascual (Violine) gegründeten Ensemble gehören neben dem spanischen Geiger auch Melinda Suat-Lee Stocker (Violine), Lea Gabriela Heinzer (Viola) und Ilija Andrianov (Violoncello) an.
Zu Beginn des von den «Freunden der Klosterkirche» organisierten Konzertes interpretierten die vier technisch begabten und mit viel Spielfreude auftretenden Streicher das sogenannte «Quintenquartett» von Joseph Haydn. Dabei überraschten sie ihr Publikum mit ihrem Schwung, ihrer einfühlsamen Interpretationsweise und ihrem beeindruckenden Zusammenspiel. Dem abwechslungsreichen Eröffnungssatz folgte ein anmutiges und mit viel Pizzicatì durchsetztes Andante. Das nach höfischer Manier interpretierte Menuett verblüffte durch seine effektvolle Gestaltung. Das äusserst lebhafte Finale zeichnete sich durch grosse eine musikalische Leidenschaft und eine beeindruckende Präzision seitens der Interpreten aus. An zweiter Stelle stand das unter dem Titel «Amerikanisches» bekannt gewordene Streichquartett von Antonín Dvor?ák. Hier dominierten die zum Teil sehr melancholischen oder gar schwermütigen und zum Teil auch etwas süssen Klangbilder aus der neuen Welt. Das dem Quartett von García Abril gewidmete «Cuarteto para el nuevo mileno» vermochte schliesslich mit Hilfe von sanft dahinziehenden Klangwolken eine ganz besondere Stimmung im barocken Kirchenraum zu erzeugen, ehe das noch junge Werk mit aufwühlendem Finale auf begeisternde Weise ausklang. Walter Joos