Zweistündige Tromboniade der Extraklasse: Sergio Zordan, Stanley Clark, Bill Thomas und Justin Clark (v. l. n. r.)Bild Selwyn Hoffmann
«Trombones in Concert» nennt sich eine Instrumentalformation der eher ungewohnten Art, die den Reigen der sehr hörenswerten Konzerte in der Klosterkirche Paradies in der Altjahreswoche fortsetzte.
Was am Sonntag in der Klosterkirche Paradies gegeben wurde, verlangte Bereitschaft, sich in einen anderen Kulturkreis einzuhören: Beginnen wir mit der Sheng, der chinesischen Mundorgel: Man nehme einen metallenen Topf, so gross wie ein Kinderkopf, fülle ihn mit heissem Wasser, setze seitlich ein spargelähnliches Mundstück an und baue in die Öffnung oben dicht an dicht eine Menge Pfeifen, maximal 50 cm hoch, in allen Längen und Dicken. Dann umfasse man den Topf so, dass die Finger die unteren Ansätze der Pfeifen erreichen können, und bediene wie bei einer Flöte Tasten und Löcher.
Frei, ohne Vorgabe, aus der eigenen Fantasie heraus spontan Musik machen: Das ist eine Kunst, die nur von wenigen aller Konzertisten geübt und beherrscht wird.
Wie kommt es also, dass nur noch wenige ausübende Musiker – im Bereich der E-Musik! – improvisieren und es auch können? Unbeantwortete Frage. Vielleicht deshalb, weil inzwischen die Kompositionen derart kompliziert und schwierig auszuführen sind, dass das nur noch mit viel Üben geht und manche darob die Motivation zum eigenen Improvisieren nicht mehr aufbringen.
Konzert Camerata Variabile in der Klosterkirche Paradies
Das Crystal Trio mit Vladimir Popras (Verrofon), Igor Sklyarov (Glasharfe) und Vladimir Perminov an der Glaspanflöte (v. l.) begeisterte das Publikum am Sonntagabend in der Klosterkirche Paradies.Bild Ernst Hunkeler
Das Crystal Trio mit Vladimir Popras (Verrofon), Igor Sklyarov (Glasharfe) und Vladimir Perminov an der Glaspanflöte (v. l.) begeisterte das Publikum am Sonntagabend in der Klosterkirche Paradies.Bild Ernst Hunkeler
VIel Publikum kam, um das Konzert des Crystal Trio in der Klosterkirche Paradies zu hören.
von Monica Zahner
Die Weihnachtstage mit viel christfestlicher Musik sind vorbei, das Neujahr mit wunsch- und vorsatzbefrachteter Fröhlichkeit steht bevor. Und da hat die Organisation «Kultur Paradies» zu einem Konzert eingeladen, das die beiden Themen symbolisch miteinander verbindet. Denn die Künstler, die dafür eingeladen wurden, sind ihrerseits Brückenschläger: das Blechbläserquintett mit dem Doppelnamen "Philharmonic Brass Zürich" und "Generell5".
Mit einem ausgesuchten Programm hat sich das Galatea-Quartett mit hohem Können in der Klosterkirche vorgestellt. Bestehend aus den Geigerinnen Yuka Tsuboi und Sarah Kilchenmann, dem Bratschisten David Schneebeli und dem Cellisten Julien Kilchenmann, bildet es ein Ensemble von vorzüglichem Partnergeist, starker Ausdruckskraft und Ausgewogenheit in Spieltechnik und Tonqualität. Es eröffnete die Werkfolge mit dem Quartett in B-Dur op. 50 Nr 1. von Joseph Haydn, das mit der Fülle an Einfällen des Komponisten den Aufbruch zu neuen Ufern unverkennbar kundtut.
Spannungsreiche klingende Bilder
Konzert
Die Begegnung mit Rudolf Lutz (*1951) am Sonntagabend in der Klosterkirche Paradies war ein besonderes Erlebnis. Der Organist, Komponist, Musikpädagoge und bekannte Musikimprovisator erzeugte in seinem Konzert viel Bewunderung. Lutz, der unter anderem Professor für Improvisation an der Schola Cantorum Basiliensis ist, hat durch seine lebhafte Vortrags- und Konzerttätigkeit Wesentliches zum Verständnis der historischen Improvisationskunst und Stilkunde beigetragen.
Konzert Ensemble Pauwau in der Klosterkirche Paradies