Il Profondo

Sonntag, 22. November 2009 - 17:00
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Anaïs Chen - Violine in alter Mensur
Johannes Keller - Cembalo und Orgel
Daniele Caminiti - Theorbe
Josìas Rodriguez Gàndàra - Erzlaute
Amélie Chemin - Viola da Gamba
Federico Abraham - Kontrabass und G-Violine

Deutsche Musik um 1700 und Improvisationen. Gemeinsam mit der Violonistin Anaïs Chen bietet Il Profondo einen Einblick in die grenzenlose Vielfalt des barocken Geigenrepertoires nördlich der Alpen. Strahlende Schönheit, Virtuosität, hinreissende Musik.

Strahlende Schönheit und hinreissende Virtuosität. Gemeinsam mit der Violinistin Anaïs Chen bietet Il Profondo einen Einblick in die grenzenlose Vielfalt des barocken Geigenrepertoires nördlich der Alpen. Diese Musik wurde einst von den grössten Virtousen für die höchsten Fürsten und Könige geschrieben und gespielt. Die Virtuosität war ihre geheime Kunst, die nur Eingeweihten erschlossen wurde.

Il Profondo präsentiert bekannte und unbekannte Werke für Violine Solo jener Zeit. Durch improvisatorische Elemente wird das Konzert zu einem einmaligen, nicht wiederholbaren Ereignis – ein Aspekt, der sicher nicht nur vom Publikum im 17. Jahrhundert geschätzt wurde.
Verschiedene Aspekte machen das in diesem Konzert vorgestellte Repertoire zu einer Besonderheit. Die Geige etabliert sich auf eigenständige Art zu einem Soloinstrument, parallel zur Entwicklung in Italien, aber mehr oder weniger davon unabhängig. Dass es eine Neuheit war, die Violine als Soloinstrument einzusetzen sieht man beispielsweise im Vorwort von Bibers Violinsonaten-Druck von 1681. Er schreibt eine sehr wortgewandte Erklärung, dass man – salopp zusammengefasst – auch für nur eine Geige gute Musik schreiben kann.
Im Erkunden der geigerischen Möglichkeiten gehen die Virtuosen nördlich der Alpen noch weiter als die Italiener: sie machen exzessiven Gebrauch vom mehrstimmigen Spiel und experimentieren mit der sog. Skordatur (das Umstimmen der Saiten).

Das Repertoire hat einen klaren sozialen Kontext: Die Virtousen waren Luxusgut der Fürsten und Könige. Sie luden herausragende Musiker zu repräsentativen Anlässen ein.

Ihre Musik – nicht selten Improvisationen – war modern und spektakulär und konnte nur von ihnen selbst gespielt werden. Dementsprechend waren die Virtuosen unter Umständen europaweit bekannte Stars und verkehrten in der obersten gesellschaftlichen Schicht.

Bemerkenswert dabei ist, dass diese Musiker häufig keine konventionelle Berufsmusiker waren, sondern von der Strasse kamen: es konnte gewissermassen jedermann Virtuose werden, man brauchte lediglich mit einer überragenden Begabung die Aufmerksamkeit eines Mäzens auf sich zu lenken.


Preis:

Abendkasse Fr. 25.-
Lehrlinge und Studenten mit Ausweis gratis